Fernsteuerzentrale Rostock


Übersicht des Fernsteuerbereichs Rostock, zum Vergrößern anklicken!
Übersicht der Fernsteuerstrecke

Fernsteuerzentrale Rostock, Foto aus WSSB-Werbeprospekt
Fdl-Bedienplatz in der Fernsteuerzentrale Rostock

 


Foto: W. Ende (2005)

Die Fernsteuerzentrale war im dritten Stock des Stellwerksgebäudes B1 Rostock untergebracht,
die Fdl für den Rostocker Hauptbahnhof hatten (und haben) ihren Arbeitsplatz im fünften Stock.

Am 26. September 1969 wurde die Fernsteuerung der 81,5 km langen (damals) eingleisigen Strecke zwischen Rostock und Waren (Müritz) in Betrieb genommen. Es bestand die Möglichkeit 14 bereits früher mit Gleisbildstellwerkstechnik der Bauform GS II DR ausgerüstete Stellwerke fernzusteuern. Für die Fernsteuerung dieser Bahnhöfe wurde im Stellwerk des Rostocker Hauptbahnhofs ein extra Bedienraum eingerichtet. Von zwei Fdl-Bedienplätzen konnten die Stellwerke über ein Universal-Bedienpult angesteuert werden. Zur Anzeige der jeweiligen Betriebslage diente ein senkrecht aufgestelltes Leuchtbild, an dem auch einige zusätzliche Bedienhandlungen möglich waren. Später erfolgte noch die Einbeziehung des Streckenabschnitts Waren - Neustrelitz mit den ferngesteuerten Bahnhöfen Kargow, Klockow, Kratzeburg und Adamsdorf. Ortsbedient blieben die Bahnhöfe Waren und Neustrelitz. Die damit über 100 km lange Fernsteuerstrecke war zu damaliger Zeit durchaus auch im internationalen Vergleich beachtenswert.
Zur Anwendung kam die elektronische Fernwirkeinrichtung <ursatrans PCS 111> des damaligen VEB Steremat Berlin. Die Fernsteuer-Meldungen werden in Zeitteilung übertragen. Von der Zentrale werden die Stationen zyklisch durch Senden von Adressen abgefragt; sie antworten entweder mit den Meldetelegrammen, wenn sich der Zustand mindestens einer Meldung geändert hat, oder mit einem Antworttelegramm. Die PCS 111kann insgesamt 4096 Befehle übertragen, in der Fernsteuerzentrale Rostock wurden 1745 Befehle zur Steuerung der 108 Weichen und 107 Signale benötigt.

In den achtziger Jahren wurde die Fernsteueranlage mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung der Strecke Rostock - Waren außer Betrieb genommen. 
Leider ist nicht bekannt, was aus den Anlagen in Rostock wurde, der Webmaster freut sich über weitergehende Informationen sowie betriebliche Unterlagen und Fotos zum Thema. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei Herrn W. Ende, der schon einige Details hinzufügen konnte.

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2004